Die Orthovet ist eine Tierarztpraxis, die sich auf orthopädische Erkrankungen bei Kleintieren und Pferde, akute und chronische Schmerzprozesse sowie auf schmerzbedingte Hauterkrankungen spezialisiert hat. Des  Weiteren behandeln wir auch schmerzbedingte Verhaltensveränderungen wie Ängstlichkeit, Aggression oder apathisch-lethargisches Verhalten.
Zu den orthopädischen Erkrankungen zählen alle Arten  von Lahmheit (Hinken) der Vorder- und Hintergliedmassen sowie des Rückens, ebenfalls gehören die Erkrankungen der Wirbelsäule (Hals, Brust und Lendenwirbelsäule) dazu. Zu einer Lahmheit zählt man ED (Ellenbogendysplasie)/ HD (Hüftgelenksdysplasie) und OCD (Osteochondrosen) sowie andere Wachstumserkrankungen. Sehr oft kommen Schulterlahmheit und Entzündungen im Ellenbogen (Epicondylitis) vor, die man falls sie sofort erkannt werden, schnell und effizient behandeln kann. Wenn Sie weiter lesen und nach unten scrollen, können Sie zu den oben erwähnten Krankheitsgruppen, Fälle, Videos und Röntgenbilder sehen, die Ihnen einen Einblick über unsere Tätigkeiten geben. Bei allen vorgestellten Fällen haben schon mehrere Tierärzte die Tiere untersucht. Falls Sie noch weitere Fälle lesen möchten, können Sie unter „Fachbeiträge“ auf der linken Spalte weitere Informationen über alle die oben erwähnten Krankheitsgebiete erfahren.

1) Orthopädie

Sämi drohte nach zweimaliger Knieoperation und einem „Hospitalismus“ (Knieinfektion) die Amputation

Diesen Sommer kontaktierte mich die verzweifelte Besitzerin von Sämi, American Bulldog, 9 Monate alt und erzählte mir folgende Geschichte: Die Besitzerin hatte Sämi als 12 Wochen alten Welpen übernommen. Auf den ersten Blick war eigentlich alles normal. Es fiel aber bald auf, dass der kleine Welpe immer wieder hinkte. Der Besuch beim Tierarzt erbrachte keine Diagnose und Sämi wurde mit Rimadyl (Schmerzmittel) behandelt. Das Hinken hörte darauf hin auf. Wenig später begann er wieder zu Hinken. Der erneute Tierarztbesuch endete wieder mit Rimadyl. Trotzdem besserte sich dieser Zustand aber nicht wirklich. Nun fiel auf, dass die Haut von Sämi starke Rötungen und Juckreiz zeigte. Darauf wurde Sämi wegen den Hautproblemen und dem Hinken vorgestellt. Leider konnte der Tierarzt keine Diagnose stellen. Daraufhin gingen die Besitzer auf die dermatologische Abteilung ins Tierspital. Dort wurde die Diagnose „Dermatitis“ gestellt. Mit Antibiotika wurden die Rötungen besser, der Juckreiz blieb aber bestehen. Und nun nimmt die Geschichte den Lauf. Erneutes Hinken, Vorstellung beim Tierarzt, keine Diagnose, Überweisung in Spezialklinik, Verdacht auf Kreuzbandriss und der Hund wurde operiert. Leider war nach der OP keine Verbesserung des Hinkens eingetreten. 14 Tage nach der Kreuzbandoperation wurde der Hund nochmals operiert, weil der Verdacht bestand, der Meniskus sei nun defekt. Der Hund wurde also nochmals operiert. Auch nach der zweiten OP hinkte er weiter. Weitere drei Wochen später, wurde Sämi nochmals untersucht. Nun machte man eine MRI Untersuchung und eine Knochenbiopsie. Das MRI erbrachte keine Erklärung für die Lahmheit, aber in der Knochenbiopsie fand man Bakterien, die normalerweise Tuberkulosepatienten haben. Der Chirurg weigerte sich nun, den Hund weiter zu behandeln, weil er Risiken für die Patienten in seiner Praxis befürchtete. Für Ihn stand fest, das Bein muss amputiert werden. Völlig aufgelöst wendete sich die Besitzerin an mich, und wünschte, dass ich den Hund doch noch untersuchen könnte. Nach der Laufbildanalyse und orthopädischer Untersuchung war klar, wir hatten noch ein weiteres Problem. Der Hund wies eine markante Fehlstellung im Becken und in der Folge Hüftgelenk- und Kniegelenkswinkelung auf. Könnte dies nun doch die Ursache der Lahmheit sein? Eines war klar, der Fall war so aussichtslos, dass man nicht mehr verlieren sondern nur gewinnen konnte. Nach dem stehenden Röntgenbild und Winkelausmessung der Wirbelsäule war klar, die Fehlstellung war so massiv, dass dies der Grund für die Schmerzhaftigkeit des Hundes war. Falls diese schon länger bestehen würde, könnte man die Symptome  des weiderholten Hinkens und auch die Symptome der Haut, Rötungen und Juckreiz, damit erklären. Zur Sicherheit wurde noch eine Blutuntersuchung gemacht. Anschliessend habe ich die Fehlstellung korrigiert. Das Resultat war sehr beeindruckend. Der Hund hatte am folgenden Tag nach der Behandlung die Gliedmasse bereits belastet und zeigt auch wieder mehr Aktivität und Lebensfreude.  Auch das Resultat der Blutuntersuchung fiel erfreulich aus. Wir hatten im Blut noch keine Tuberkulosebakterien.

An dieser Stelle zeigen wir Ihnen die Videostudie von Sämi:

Zur Sicherheit haben wir drei Wochen nach der Erstbehandlung das Knie geröntgt. Obwohl der Hund besser lief, war der Knochen noch nicht am heilen. Was könnte der Grund sein? Die Infektion? Sicher nicht. Das Bein war nicht mehr schmerzhaft und die Belastung wurde stetig besser. Die Erklärung ist naheliegend. Die oben erwähnte Fehlstellung musste schon länger bestehen. Durch diese Fehlstellung hatte der Körper verschiedene Entzündungs- und Schmerzmediatoren gebildet. Damit ist auch klar, warum alle Behandlungen für das Hinken und die Hautveränderungen nicht erfolgreich waren.
Der Hund ist heute gesund. Er hinkt nicht mehr und die Hautveränderungen sind auch  kein Thema mehr. Sämi hatte Glück im Unglück und hat dank der Hartnäckigkeit seiner Besitzerin noch alle vier Beine oder ist noch am Leben.  Auch die angefügten Röntgenbilder zeigen deutlich, wie der Knochen in den folgenden Monaten zusammengewachsen ist. Leider ist dies kein Einzelfall. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass Kreuzbandrisse in den ersten 10 Lebensmonaten praktisch nicht möglich sind, da zuerst die Wachstumsfuge beschädigt wird. Ich bin überzeugt, dass dies auch hier der Fall war. Es ist eine Tatsache, dass beide Operationen keinen Erfolg brachten, sondern die ganze Sache noch schlimmer machten. Die festgestellten Bakterien im Knochen wurden vom Immunsystem des Hundes bekämpft.

Röntgenbilderverlauf

26.07.2011

 

30.08.2011

 

27.09.2011

 

08.11.2011

 

Lucky hinkt seit einem Jahr

Lucky ist ein sieben jähriger Golden, der seit einem Jahr vorne links hinkt. Alle Untersuchungen beim Tierarzt inklusive Röntgen brachten keine Erklärung für das Hinken. Auch Schmerz- und Entzündungshemmer brachten keine Linderung der Symptome. Somit musste der Hund seit einem Jahr hinkend herum laufen. Leider hat damit auch seine Lebensqualität und Aktivität gelitten. Längere Spaziergänge oder Spiele mit seinem Hundekollegen waren nicht mehr möglich.
Bei der Untersuchung von Lucky fiel die deutliche Aussenstellung der linken Schultergliedmasse auf, auch hatte Lucky beim Laufen den Rücken aufgezogen und zeigte eine Kompensationshaltung, indem er nach rechts aussen stand und lief. Die anschliessende orthopädische Untersuchung brachte schnell Licht ins Dunkel. Lucky wies eine deutliche, hochgradige Muskelatrophie (Muskelschwund) beider Schultermuskeln auf. Aber vor allem der M. infraspinatus und dessen Sehnen waren schmerzhaft. Die Ursache war eine Form-Funktions-Veränderung der Schultergliedmasse welche durch einen  Bodycheck von einem anderen Hund verursacht wurde. Die Schultergliedmasse veränderte die Stellung, ging in Abduktion (Aussenstellung). Die Folge war einen Entzündung der Infraspinatussehne. Durch die Korrektur dieser Fehlstellung, wurde die Schultergliedmasse wieder normal belastet, die Überlastung der Infraspinatussehne verminderte sich und die Entzündung konnte ausheilen. Zum besseren Verständnis stellen Sie sich bitte vor, wenn Sie an einem Fuss einen Sportschuh, am anderen Fuss einen Damenschuh mit hohem Absatz tragen würden. So in diesem Sinn ist diese Fehlstellung zu verstehen. Dass dies nicht geht versteht sich von selbst, und dass die Schmerzmittel nicht wirkten ist nun auch verständlich. Drei Wochen nach der ersten Behandlung war von der Lahmheit praktisch nichts mehr zu sehen. Der Hund spielte wieder und konnte auch auf die ausgedehnten Spaziergänge der Besitzer mitgehen.

 

 

 

2) Dermatologie

Quintus leidet seit Jahren an haarlosen Stellen

Quintus ist ein brauner Labrador, Ex-Blindenhund, leidet seit Jahren an den haarlosen Stellen. Untersuchung und Therapien von  Dermatologen und Spezialisten für Allergien brachten keine Veränderungen. Quintus zeigte zusätzlich auch ein apathisch, lethargisches Verhalten. Auf den Spaziergängen musste man den Hund beinahe ziehen.

Fotos November 2010

 Wenn man die Bilder von Quintus anschaut, fällt auf, dass wir haarlose Stellen entlang der Gliedmassen und am Bauch hatten. Bei der orthopädischen Untersuchung zeigten sich beim Übergang Hals-Brustwirbelsäule, Mitte Rücken und im Lumbosakralen Übergang steife und schmerzhafte Areale. Quintus ist ein chronischer  Schmerzpatient. Wie ist dies zu verstehen. Durch die veränderten Stellen der Wirbelsäule (Hals, Lenden) wird der Schmerz als ein Kribbeln empfunden. Man nennt dies „Radiärschmerz“(ausstrahlender Schmerz). Als bildlichen Vergleich haben wir das Kribbeln, wenn man auf seinem Arm geschlafen und beim Aufwachen das dumpfe Gefühl in der Hand und im Arm hat. Durch beklopfen und schütteln geht es weg. Bei Quintus ist nun das Kribbeln ständig da und er beginnt sich zu lecken und beknabbern. Die Folge sind Haarausfall und Hautinfektionen. Behandelt man nun die Ursache des Kribbelns, Schmerz und Form-Funktions-Veränderungen der Halswirbelsäule und Lendenwirbelsäule erzielt man eine Reduktion des Schmerzes und in der Folge eine Normalisierung der Haut. Innerhalb von zwölf Wochen hat sich die Haut normalisiert.

Fotos Februar 2011

 
     
   

Cicca hat seit fast zwei Jahren eine offene Pfote

Cicca hat seit praktisch zwei Jahren „eine offene Pfote“ hinten links. Salben und Antibiotika wirkten praktisch kaum, Cicca wurde an der Pfote bereits operiert, leider ohne Erfolg.
Bei der Gangbildanalyse sowie bei der anschliessenden orthopädischen Untersuchung wurde schnell klar, dass wir eine Schmerzsymptomatologie haben. Die Lendenwirbelsäule ist nicht mehr beweglich, reagiert schmerzhaft und weisst eine deutliche Wirbelbildung auf. Die anschliessende Röntgenstudie bestätigt den Verdacht: Spondylose.

 
     
   

 Die Spondylose kann wohl nicht behandelt werden, aber die Schmerzhaftigkeit. Innerhalb von ein paar Wochen waren die offene Hautstelle und die Wirbelbildung am Rücken abgeheilt. Auch bei Cicca war es ein Radiärschmerz. Bei diesem Fall ist speziell, dass wir hier die Schmerzmediatoren im Blut gemessen haben. Cicca gehörte zu einer Pilotstudie, bei der ich die Schmerzmediatoren Substanz PHistamin und Bradykinin vor und nach der Behandlung gemessen habe. Da es sich um einen Forschungs-Test handelt, müssen wir noch einige Verbesserungen vornehmen, bis dieser routinemässig eingesetzt werden kann. Aber die Resultate waren sehr ermutigend und zeigten deutlich auf, wie sich die Schmerzsubstanzen im Blut verändern. Auch bei Cicca hat sich Substanz P um das  20 fache verringert, Bradykinin verminderte sich ca. um das 5-fache.

vor der ersten Behandlung

 

 3 Monate später

 

Vergleichbare Fälle

Unten sehen Sie Hautveränderungen der Gliedmassen, als Folge von chronischen Schmerzen, vor und nach der chriopraktorischen Schmerztherapie!

 

Foto 11.03.2011                   nach Behandlung 13.04.2011
 
Foto 02.05.2011   nach Behandlung 30.05.2011
 

Lea hat Tumorverdacht

Lea ist eine acht Jahre alte Barbethündin, die kürzlich läufig war. Nach der Läufigkeit hatte sie am Hals einen Tennisball grossen Knoten. Beim Tierarzt wurde dies zytologisch untersucht. Ausser Entzündungszellen zeigte es keine weiteren pathologischen Befunde. Drei Tage später konnte der Hund nicht mehr aufstehen. Beim Tierarzt wurde der Verdacht auf Polyarthritis gestellt. Die Therapie sah Antibiotika und hochdosiert Kortison vor. Die Symptome wurden besser, der Hund konnte wieder laufen, aber der Gang war sehr steif, Lea hatte Mühe den Kopf zu heben, war am ganzen Körper sehr schmerzhaft. Nach dem die Medikamente abgesetzt waren, wurden die Symptome nicht besser. Im Gegenteil, die Bewegung von Lea war schwerfällig und von Schmerzen gezeichnet. Zusätzlich bekam der Hund am ganzen Körper Knoten und offene Stellen über den ganzen Rücken, an der Ellenbogenbeuge und über die Kruppe hinunter in die Kniefalten. Die Haut war krustenartig verklebt und wenn man an den Krusten kratzte, kam die ganze Haut mit. Die Knoten waren meistens Fünflieber gross und sehr dick. Es war eine Hyperkeratose. In der Klinik wurde ein Termin für eine Biopsie Entnahme vereinbart.

 

Foto vor Behandlung 18.11.2011                  Foto nach Behandlung 09.12.2011
 

Im Vorfeld wollte sie aber noch den Hund wegen den orthopädischen Erscheinungen bei mir vorstellen. Nach der allgemeinen und orthopädischen Untersuchung war klar, wir hatten einen chronischen Schmerzpatienten. Auch in diesem Fall wurden wir rasch fündig. Nebst der Spondylose fanden wir arthrotisch veränderte kleine Wirbelgelenke, mit einer Deviation (Verschiebung) der Wirbelsäule, also eine Form-Funktions-Veränderung. Dies war die Ursache der Schmerzen und des auffälligen Gangbildes. Aber was war die Ursache der Hautveränderungen? Die ist in diesem Fall sehr einfach. In der Läufigkeit werden diverse Hormone ausgeschüttet, unter anderem  Östrogene und andere Zyklushormone. Durch die zusätzliche Anwesenheit der Schmerzmediatoren und den Entzündungsmediatoren ist das Fass nun explodiert. Mit diesem Cocktail von Entzündungs- Zyklus- und Schmerzmediatoren spielten die Schmerzen verrückt, die Haut wurde mit den Entzündungs- und Schmerzmediatoren durchtränkt und die Reaktionen folgten darauf mit offenen Stellen und verdickten Hautknoten. Nach zwei Behandlungen und vier Wochen Ausheilungszeit war der Spuck vorbei. Die Haut von Lea hat sich normalisiert, die Schmerzen sind weg und der Hund konnte wieder normal laufen. Ein Wermutstropfen bleibt. Diese Symptome können wieder kommen, da die Ursache einen Degeneration der Wirbelsäule ist. Solange aber der Prozess aus der Optik der Form-Funktions-Veränderung im Griff bleibt, ist auch der Schmerz- und Entzündungscocktail tief.