Gabapentin

Gabapentin ist ein Analogon des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure, bindet aber nicht an deren Rezeptoren, sondern hemmt spannungsabhängige Calciumkanäle an präsynaptischen Neuronen.

Zwei Forscher an der Yale-Universität in Connecticut haben den Zusammenhang zwischen der Verschreibung von Gabapentin sowie Zahlung der Pharmaindustrie an Ärzte untersucht. Im Zeitraum von 2014 – 2016 haben 51`000 Ärzte, die Gabapentin verschreiben, Zahlungen von 11,5 Millionen US-Dollar erhalten. Dies sind rund 14% der Ärzte, die Gabapentin regelmäßig verordnen. Einen Teil der Zuwendungen, 5,3 Millionen US-Dollar, erhalten die Ärzte als Lebensmittel, Getränke, Geschenke und Unterrichtsmaterialien, die restlichen 6,2 Millionen US-Dollar erhalten sie als Zahlungen für Referate, Beratungs- und andere Honorare, Reise- und Unterbringungskosten oder als Zuschüsse, die nicht der Forschung dienen. In der Schweiz existieren keine solche Zahlen. Es ist aber anzunehmen, dass ebenfalls solche Zuschüsse in der Schweiz fließen könnten. Es ist aber ein Tabuthema. Es soll aufzeigen, welche Macht die Pharmaindustrie hat. Patienten sowie auch Hundebesitzer sind auf die Empfehlungen des Arztes oder Tierarztes angewiesen und es werden nicht solche Interessen angenommen. Leider kann man in den Printmedien immer wieder auf solche Zu- und Missstände stossen.

Der „Chill-Effekt“ auf Rezept

Obwohl es bei bestimmungsgemässer Anwendung nicht als berauschend eingestuft wird, berichten aber Anwender nach der Einnahme von Gabapentin von rauschähnlichen Zuständen, Euphorie und auch sedierende Effekte können hervorgerufen werden.

Patienten, die Gabapentin aus medizinischen Gründen in therapeutischen Dosen über eine längere Zeit eingenommen haben, geben außerdem an, dass es süchtig machen kann. Entzugssymptome sind Angst, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Appetitverlust und somit auch verstärkte Reaktionen auf Schmerzen, Kopfschmerzen, Ermüdung, Reizbarkeit, Unruhe und Anfälle. Einige dieser Symptome können wir auch beim Hund als Nebenwirkung beobachten. Ein wichtiges Symptom nach einer gewissen Zeit der Gabapentin-Gabe ist der starke Haarausfall. Dies kann soweit gehen, dass kahle Stellen auftreten.
Nicolas Zellner der technischen Universität München (TMU) stellt in einer Studie fest; „Pregabalin ist nach Opiaten, Benzodiazepinen, Cannabis und Alkohol zur fünfthäufigsten missbrauchten Substanz aufgestiegen. Patienten, bei denen bereits eine Suchterkrankung besteht, greifen häufig auch zu Pregabalin.
Zum Glück ist dies beim Hund noch nicht so weit. Aber die Verordnungswut von Gabapentin durch den Tierarzt geht in diese Richtung. Somit wäre es sinnvoll, wenn die Hundebesitzer mit Vorsicht dieses Medikament verabreichen, vor allem bei Arthrose ist dies ein „NO – GO“!